16. Oktober 2020

Mein Kurzeinsatz in São Paulo

Joshua Viehweg berichtet über seinen Einsatz bei educare in Brasilien. Er kam kurz vor dem ersten Lockdown in Brasilien an und untersützte uns durch die Corona-Zeit hindurch.

Ein Bericht von Joshua Viehweg

In diesem Jahr durfte ich bereits zum sechsten Mal nach Brasilien reisen, um dort bei Educare mitzuarbeiten. Voller Vorfreude bin ich Anfang März 2020 mit einem One-Way-Ticket in den Flieger gestiegen, ohne zu wissen wie lange ich bleiben werde. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nicht die geringste Ahnung, dass nur wenige Tage später die Welt für mehrere Wochen stillstehen sollte und ich keine Möglichkeit mehr gehabt hätte nach Brasilien einzureisen. Zunächst war jedoch die Freude riesengroß, wieder in Sao Paulo zu sein und bei Educare mit anpacken zu können. Es tat gut, die vielen bekannten Gesichter wieder zu sehen und von fröhlichen Kids begrüßt zu werden. Das alte Schulgelände hat sich seit dem letzten Jahr deutlich verändert und es war schön zu sehen, dass der Umbau nach und nach vorangeht. Doch mitten in die Vorfreude auf die kommende Zeit kam der Corona Lockdown, der Brasilien bekanntlich härter getroffen hat als die meisten anderen Länder. Das komplette Programm musste vorerst gestoppt werden und der Hof, in dem normalerweise jeden Tag spielende Kinder herumspringen, war plötzlich leergefegt. Auf einen Schlag veränderte sich der komplette Alltag der Millionenmetropole und unzählige Menschen saßen plötzlich ohne Einnahmequelle und somit teilweise auch ohne Essen da.

Doch eine Sache hatte sich nicht verändert: Educare ist da, um einen Unterschied zu machen! Trotz der Umstände des Lockdowns hatten wir weiterhin die Möglichkeit einen Unterschied im Leben von vielen Kindern, Jugendlichen und deren Familien zu machen. Durch großzügige Spenden konnten wir regelmäßig Essenspakete in den Favelas und besetzten Hochhäusern verteilen und so vielen Familien in ihrer Not helfen. Auch das Programm konnte nach einer kurzen Pause in kleinen Gruppen fortgeführt werden, worüber sich die Kids natürlich sehr gefreut haben. Trotz der herausfordernden Situation waren wir als Team sehr dankbar auch weiterhin etwas verändern zu können und uns von Gott gebrauchen zu lassen.

Was mich außerdem mit am meisten fasziniert hat, sind die Jugendlichen, die auch während dieser Phase jeden Tag mitangepackt haben und bereit sind, ihre Zeit und Kraft in die Arbeit von Educare zu stecken. Ohne sie wäre die viele Arbeit momentan einfach nicht zu bewältigen und ich kann deutlich sehen, dass hier in den letzten Jahren etwas Nachhaltiges entstanden ist. Vor allem in diesem Punkt zahlt sich gerade das Investieren der letzten Jahre aus und ich denke, dass wir auch in der Zukunft noch viele weitere Früchte dieser wertvollen Arbeit sehen werden.

 

Nachdem ich nun seit August wieder zurück in Deutschland bin, kann ich dankbar auf dieses halbe Jahr zurückblicken und ich staune, wie mein Gott das alles geführt hat. Das Beste war das Gefühl, dass man gerade zur richtigen Zeit an den richtigen Ort gestellt wurde und ich freue mich schon, wenn es für mich das nächste Mal wieder nach Sao Paulo geht.